Das, was wir jeden Sonntag feiern – die Auferstehung Jesu Christi – das findet seinen höchsten Ausdruck bei der Feier des Osterfestes. Besonders deutlich wird dies in der Osternachtsfeier mit der neuen Osterkerze, die Jesus Christus, das Licht der Welt, symbolisiert, der uns den Weg zum ewigen Leben erschlossen hat. Die neue Osterkerze wird das ganze Jahr hindurch bis zum nächsten Osterfest benutzt, insbesondere auch bei Taufen und Beerdigungen, also beim Beginn eines Christenlebens und an dessen Ende. Unser ganzes Leben soll durch die Aussicht auf die Auferstehung geprägt sein, es innerlich erleuchten und mit der Hoffnung erfüllen, dass nicht der Tod, sondern das Leben das letzte Wort hat. Ohne diese Hoffnung wäre unser „Glaube nutzlos“ und wir wären „erbärmlicher dran als alle anderen Menschen“ (Paulus in 1 Kor 15, 17-19). Ohne diese Hoffnung wäre unser Leben nur wie ein kurzes Aufleuchten im Laufe der Geschichte und ich könnte keinen wirklich tragfähigen Sinn in meinem Leben sehen. Wir sind offenbar in der Tiefe unseres Wesens von Gott letztlich nicht auf den Tod, sondern auf das Leben ausgerichtet. Wenn nun jemand dennoch nicht glauben kann, dass der Tod der Beginn des ewigen Lebens ist, oder wenn jemand ins Zweifeln gerät, vielleicht sogar in der letzten Phase seines Lebens, dann ist das schwer zu verarbeiten. Der bekannte Psychologe C. G. Jung hat dazu sogar gesagt, dass unter allen seinen Patienten jenseits der Lebensmitte nicht ein einziger sei, dessen endgültiges Problem nicht das der religiösen Einstellung wäre. Wenn dagegen unser Herz – vielleicht nach langem Suchen - dahin gelangt ist, wirklich an die ewige Vollendung bei Gott zu glauben und auf diese Heilszusage des christlichen Glaubens zu vertrauen, können wir unser Leben aus einer großen inneren Stärke her leben. Die mehr oder weniger heftigen „Stürme“ des Lebens, die Anfechtungen, Verletzungen, Erfahrungen des Scheiterns und des Verlustes, das Erleben von Leid und Ungerechtigkeit, all das kann uns immer noch aufregen, aber wir können es letztlich verarbeiten, da wir einen Halt gefunden haben, den uns niemand mehr nehmen kann, der die Widrigkeiten unseres Lebens relativiert und uns immer wieder neuen Mut gibt. Dass auch Sie diese österliche Kraft in ihrem Leben erfahren, wünsche ich Ihnen herzlich.
Der zweite Teil der Überschrift verweist auf „Mitwirkung in der Leitung“. Nach Kirchenrecht hat der leitende Pfarrer die eigenberechtigte Hirtensorge für die ihm anvertrauten Pfarreien (can. 519 CIC). Dies entspricht can. 129 CIC § 1: „Zur Übernahme von Leitungsgewalt, die es aufgrund göttlicher Einsetzung in der Kirche gibt und die auch Jurisdiktionsgewalt genannt wird, sind nach Maßgabe der Rechtsvorschriften diejenigen befähigt, die die heilige Weihe empfangen haben.“ Diese Vorschrift wird ergänzt durch § 2, wo es heißt: „Bei der Ausübung dieser Gewalt können Laien nach Maßgabe des Rechtes mitwirken.“ Als Ausfluss des Wunsches nach mehr Synodalität in der Kirche soll § 2 im Bistum Aachen nun bzgl. der pfarrlichen Leitung angewendet werden, d. h. möglichst zwei Laien können vom Rat des Pastoralen Raumes benannt werden, die an der Leitung des Pastoralen Raumes mitwirken. Im hiesigen Pastoralen Raum Inden/Langerwehe sind Herr Tobias Noppeney und Frau Sabine Krieger benannt und auch schon vom Bischof bestätigt worden. Frau Mirjam Lau als unsere neue Verwaltungsleitung (ab dem 1.4.2026) ergänzt diesen Kreis. Ich hoffe auf eine gute Zusammenarbeit und ein gutes Miteinander zum Wohl der hiesigen Gemeinden.
Ein gesegnetes Osterfest wünschend grüßt Sie herzlich Ihr Pfarrer Klemens Gößmann