Vorwort - Pfr. Stephan Rüssel

September

img_9870_engel_by_Sylvio-Krueger_pfarrbriefservice (c) Bild: Sylvio Krüger In: Pfarrbriefservice.de
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Datum:
Mi. 26. Aug. 2026
Von:
Pfr. Stephan Rüssel

Liebe Pfarrbriefleser,

wenn man in Wohnungen kommt oder auf unsere Friedhöfe blickt, findet man oft Darstellungen von kleinen Engelchen. Soweit man Umfragen trauen darf, glauben zwei Drittel der Deutschen an Schutzengel. Das sind mehr, als an Gott glauben. Der esoterische Markt, der den Menschen Lebenshilfe geben und sie heilen will, hat schon lange die Engel entdeckt. Sie sollen das Geborgenheitsgefühl des Menschen stärken. Nicht umsonst wird das Lied mit dem Text von Dietrich Bonhoeffer nicht nur bei Beerdigungen, sondern auch bei Hochzeiten gerne gewählt: „Von guten Mächten treu und still umgeben, behütet und getröstet wunderbar“.

Die Engel, deren Existenz durch die Heilige Schrift verbürgt ist, zeigen uns, daß Gott uns nahe ist. Darauf deuten schon die Namen der 3 Erzengel hin, deren Fest wir am 29. September feiern. Michael heißt übersetzt: „Wer ist wie Gott“, Gabriel „Gott ist stark“, und Raphael „Gott heilt“.

Wenn Engel Maria und den Hirten die Menschwerdung Gottes verkünden, so heißt das: der Mensch lebt von der frohen Botschaft Gottes. Wenn Jesus in der Wüste von Engeln bedient wird, so heißt das: Gott ist uns auch in der Versuchung nahe. Wenn der Herr von den Engeln der Kinder spricht, die das Angesicht Gottes schauen, so weist Er damit darauf hin, wie wertvoll bereits das Leben der Kinder vor Gott ist. Wenn Engel den Frauen am Grab verkünden, daß Jesus von den Toten auferstanden ist, dann sind Engel für uns Hinweis auf das ewige Leben. Sie sollen uns helfen, unser irdisches Leben an ein glückliches Ende im Himmel zu führen. Wenn ein Engel Petrus aus dem Gefängnis befreit, so ist das die Vollendung des Psalms 23: „Muß ich auch wandern in finsterer Schlucht, ich fürchte kein Unheil, denn du bist bei mir.“

Engel sind Boten Gottes, die Er aussendet, um Botschaften zu überbringen oder um in das Schicksal einzelner Menschen rettend einzugreifen.

Bei allem, was in der Heiligen Schrift über die Engel berichtet wird, gilt es aber zu beachten: Die Mitte des Glaubens ist unser Herr Jesus Christus. In Ihm und in Seinen heiligen Sakramenten ist Gott bei und mitten unter uns. Wenn Engel zu sehr in den Mittelpunkt gerückt werden, dann sollten wir die Mahnung aus dem letzten Buch der Heiligen Schrift im Ohr haben, wo Johannes dem Engel, der ihn aufforderte die Himmelsvision niederzuschreiben, zu Füßen fiel, um ihn anzubeten. Der Engel sagte: „Tu das nicht! Ich bin ein Knecht wie du und deine Brüder, die das Zeugnis Jesu festhalten. Bete Gott an!“


St. Rüssel, Pfr.